Nr. 2108 & 1 Punkt
Für heute und morgen habe ich den Strandkorb # 2108 gebucht. Einer von ca. 30, die noch nicht ins Winterquartier geschickt wurden. Erste Reihe am Wasser, blauer Himmel und zwei gute Krimis im Rucksack dabei (1x aus der Wiener Kaffeehaus-Szene und 1x über einen Hamburger Barkassenkapitän).
In der heutigen 4. Runde traf Torsten auf einen Spieler aus Hamburg und wollte mit den schwarzen Steinen etwas Zählbares seinem Punktekonto zuführen und sich von Tisch 50 wieder ein wenig Richtung der Tische mit direktem Nordseeblick vorzuarbeiten. Das gelang ihm bereits in rekordverdächtigen 1,5 Stunden und nur 18 Zügen – so früh hatte ich ihn nicht erwartet. Und gut sah er wieder aus. Da es heute einen vollen Punkt gab, wird morgen weder der Kugelschreiber noch das Outfit gewechselt. Schachspieler sind halt ein wenig abergläubisch …
Gestern war es komplett windstill und damit so richtig „Hemd-per-Taille-übern-Arm“ wie meine Mutter immer gerne sagte. Heute dagegen gab es wieder die übliche Nordsee-Brise. Egal, Strandkorb aus dem Wind drehen und die Welt war in Ordnung.
Wir sind nun schon seit drei Tagen hier und es wurde höchste Zeit, die Zimtschnecken im „Fräulein Franz“ zu verkosten. Etwas fiel Torsten sofort auf: die Bedienungen (alle männlich) tragen nicht mehr das Fräulein-Franz-Rosa wie im letzten Jahr, sondern schwarz. Haben sie sich etwa gegen das Rosa gewehrt? Dann kam es im Café noch zu einem Noldt-Klassiker. Am Nachbartisch wurde fälschlicherweise ein ziemlich beeindruckender Heidelbeereisbecher serviert, den jedoch niemand bestellt hatte und auch kein anderer Gast meldete einen Anspruch an. Und dann … kam es wie es kommen musste: Torsten opferte sich kurzfristig und rettete damit selbstlos den Eisbecher vor einer Totalschmelze. Vielleicht gibt es heute Abend drei Punkte für die Deutsche Fußballnationalmannschaft … Unsere Dänischen Zimmernachbarn habe ich heute und am Donnerstag immer über die Zwischenstände informiert und sie freuten sich heute über den Sieg gegen Wales.

