Mein gemütlicher Lieblings-Lese-Sessel in der Lobby war heute nach dem Frühstück leider besetzt, also habe ich erstmal eine wichtige Besorgung erledigt: Extrawurst für zuhause kaufen.
Auf dem Weg Richtung Zentrum fiel mein Blick auf die bereits in einem vorherigen Step erwähnte Schwanenmutter mit ihren Küken. Nach mehrfachem Zählen musste ich feststellen, es waren nur noch vier Kleine, die um die Mutter herumschwammen. Traurig. Und auch den Schwanenküken war es scheinbar zu kalt; eines jedenfalls wärmte sich auf dem Rücken der Mutter. Süß.

Nachdem die 2x 500g Extrawurst sicher im Kühlschrank des Hotelzimmers verstaut waren, war der Lese-Sessel noch immer besetzt. Also: wandern statt lesen. Vorbei am Strandbad, dem Fussballstadium von Schwarz-Weiß Bregenz und kleinen Yachthäfen ging es zur Mündung der Bregenzerach. Immer am See lang und als Begleitmusik zwitscherte es aus Büschen und Bäumen. Ich hatte mal die App „wer singt denn da“ auf dem Handy, habe sie aber scheinbar irgendwann gelöscht. Mein Ziel war fast 4 km entfernt und bereits auf dem Hinweg hatte ich das kleine Café an einem Campingplatz als Raststation für den Rückweg ausgeguckt. Vielleicht hat sich Torsten bis dahin schon gemeldet? Dann könnte er sich in seine Laufklamotten schmeißen und mir entgegenkommen. Soweit die Theorie …
Die Bregenzerach ist einer der wenigen Flüsse Mitteleuropas, die nicht durch Dämme oder Stauwerke geregelt ist und dementsprechend hat sie ein weites Mündungsgebiet. Von einer kleinen Aussichtsplattform konnte ich z.B. deutlich erkennen, daß dort eine Biberpopulation ansässig ist.
So ca. 13h30 hatte ich zur Belohnung einen Kaffee beim Campingplatz vor mir stehen und von Torsten noch immer keinen Anruf. Das schien heute ein ordentlicher Kampf am Brett zu sein. Sein Gegner aus Hof kam ebenfalls mit 3,5 Punkten ans Brett. Torsten hatte sich gestern mal in den üblichen Schachplattformen nach Partien seines Gegners umgesehen, aber leider nicht so viel gefunden. Meine Meinung dazu war: sicher & solide spielen und gucken, was so aufs Brett kommt. Bei einer so langen Partie hätten beide eigentlich die 0,5 Punkte für ein Remis verdient. Zeit hätten die Senioren bis 15h, denn an dann starten die Nicht-Senioren in ihre Runde. Um kurz vor 14h30 kam der Anruf: leider verloren, nach 66 Zügen und fünf Stunden. Irgendwo ist Torsten vom „richtigen“ Weg abgekommen, denn bis zum 23. Zug hatte er eigentlich eine sehr vorteilhafte Stellung auf dem Brett. Im 61. Zug jedoch wählte Torsten für seinen König ein falsches Feld und die Niederlage war besiegelt. Für die letzte Runde morgen gilt also das „glaub‘ an Dich“ von dem angehängten Foto.

Zwischen Einkauf und Wanderung musste ich wegen des Turniers in Büsum tätig werden. So etwas gehört auch zu den Aufgaben der Managerin. Ich stellte nämlich fest, daß Torstens Name auf der aktualisierten Meldeliste noch immer fehlt. Nach einem Telefonat mit dem Turnierleiter besteht nun Gewissheit, daß dies lediglich an Terminschwierigkeiten der Organisatoren liegt und Torsten seinen Startplatz auf jeden Fall sicher hat.
