Gestern episch, heute episch:
Heute muss etwas Zählbares auf Torstens Punktekonto landen, denn mit 1,5 aus bisher vier Partien landete er heute weit hinten an Tisch 27 von 37. Ihm gegenüber sitzt eine Dame, gegen die Torsten im letzten Jahr in Bad Neuenahr nach einer langen Partie einen vollen Punkt geholt hatte. Die Hauptsache, es wird nicht wieder so eine episch-lange Partie wie gestern.
Am Vormittag schnappte ich mir wieder meinen Krimi und eine schattige Bank in der Grünanlage. Der Fall aus Graz ist bei der Hälfte des Buches noch unübersichtlich. Hoffentlich sieht es jetzt (12:00h) auf dem Brett bei Torsten übersichtlicher aus. Kaum hatte ich diesen Absatz geschrieben, klingelte auch schon mein Handy und Torsten meldete 1 Punkt !
Unser Ziel des Nachmittags lag ein wenig elbabwärts, noch in Gehentfernung vom Spielort und dort sollte es auch episch werden.
Wir erhielten jeder eine Bordkarte und durften nach kurzer Zeit auch einchecken. Es ging nicht in die Luft sondern unter Wasser. Zur Titanic. Am Ende der Tour sogar auf 3.600 Meter Tiefe zum Wrack, mit VR-Brille.
Diese immersive Ausstellung wollten wir eigentlich schon im letzten Herbst in Hamburg besuchen, und jetzt ist sie zu Gast in Dresden. Vor ein paar Jahren waren wir in einer solchen Ausstellung von Claude Monet und konnten damals sozusagen in seine Werke eintauchen.
Hier bei der Titanic-Tour schlüpften wir in zwei reale Passagiere: Torsten in einen 4-jährigen Jungen aus Syrien, der mit seiner Mutter und seinem älteren Bruder in der 3. Klasse reiste. Ich reiste zwar 1. Klasse und gehörte zu den reichsten Passagieren an Board, aber im Unterschied zu dem kleinen Halim aus Syrien, überlebte John Jacob Astor IV den Untergang der Titanic nicht.
Die Ausstellung nimmt die Besucher von der Konstruktion der Titanic bis zu ihrem Untergang mit. Ich könnte hier Romane dazu schreiben, aber das würde den Rahmen sprengen, daher hier nur vier Dinge (interessierten Kreisen vielleicht bereits bekannt):
1. der 4. Schornstein der Titanic war nur Makulatur, um das Design symmetrisch zu halten;
2. die Anzahl der Rettungsboote wurde aus Kostengründen von 32 auf 16 reduziert;
3. ein Bremsweg von 800 Metern ist halt manchmal zu lang …
4. hätte die Titanic den Eisberg frontal gerammt, wäre sie wohl nicht gesunken
Wir hatten jedenfalls unseren Spaß in den zwei Stunden in der Ausstellung und ich habe sooo viele Fotos geschossen, daß mir die Auswahl schwer fiel. Die Filmpose musste aber rein….

