Torsten hatte sich mit seinem Sieg gestern wieder in die Live-Bretter zurück gespielt. Dort wartete erneut kein leichter Gegner, wieder mit ELO > 2.000.
Diesmal musste auch der Regenschirm mit auf den Weg zum Internationalen Congresscenter Dresden (das ICD, das ich ja nochmal erwähnen werde).
Es regnete zwar nicht stark, aber dafür bis nach 12h. Diese Wetterwende durchkreuzte zumindest meinen Plan: ich wollte in einer kleinen Grünanlage bei unserer FeWo meinen angefangenen Krimi auf einer Bank unter einer großen Kastanie weiterlesen. Er spielt in Graz und dort kenne ich mich ja seit meiner Kindheit ziemlich gut aus. Das Mordopfer ist die Eigentümerin des Grand Hotel Waldner – das Hotel liegt am Ufer der Mur und heißt in Wirklichkeit Grand Hotel Wiessler. Torsten und ich sind dort bereits mal abgestiegen.
Oops, da bin ich kurz vom Thema abgewichen, also zurück nach Dresden. So um kurz nach 12h guckte ich im Internet auf die Seite mit Torstens Live-Partie und der Balken zeigte eine (noch) ausgeglichene Stellung an; allerdings hatte sein Gegner einen Springer und einen Läufer gut im Zentrum des Bretts postiert und hatte auch die d-Linie mit Dame und Turm im Griff. Hoffentlich kann Torsten Züge finden, die die Pläne seines Gegners durchkreuzen, sonst droht Ungemach.
Als der Regen aufhörte, bin ich die paar Schritte rüber in die Yenidze gegangen, in den höchsten Biergarten Dresdens. Es war eine ehemalige Tabakfabrik und ist eines der Wahrzeichen Dresdens. Mein ehemaliger Arbeitgeber Reemtsma erwarb die Fabrik 1924 und untermauerte damit die Strategie, auch Orienttabake in Deutschland zu vermarkten. Eine der ersten hier produzierten Marken war „Ernte 23“.
Zurück zu den Plänen und erstmal zu Torsten. Gerade als mein nächster Blick auf die Live-Partie um 13h30 fiel, zeigte der Computer grade Torstens nächsten Zug, den der Computer allerdings als „fragwürdig“ klassifizierte. Näherte sich das Ungemach auf dem Brett oder kann Torsten sich noch irgendwie in ein Remis retten? Beide hatten im 34. Zug nicht mehr all zu viel Bedenkzeit (nur 1-2 Minuten) auf der Uhr. Er konnte das Remis!!! Damit sind es jetzt 1,5 Punkte aus drei Runden und Torsten kam mit einem Grinsen im Gesicht zu mir in den höchsten Biergarten Dresdens. Nach der Partie wurde Torsten von einer Dame angesprochen mit der Aussage „ich hab‘ die Wette gewonnen“. Welche Wette? Sie hatte darauf getippt, daß Torsten heute wieder mit einer Fliege am Brett sitzt.
Pläne haben sich sicher auch Spanien und Argentinien für das WM-Finale zurechtgelegt. Mal gucken, ob dort auch erstmal ein Remis steht. Im Unterschied zum Schach gibt es in dem Spiel jedoch am Ende einen Sieger.

