Carola, Cherry & Britta
Heute geht es hauptsächlich um die drei Damen aus der Überschrift: eine aus Dresden, eine aus Deutschland und eine aus Neumünster. Nebenbei auch um Dresden und – natürlich – auch um Schach.
Beginnen wir mit Carola. Die gleichnamige Brücke war wahrlich keine architektonische Besonderheit, einfach ein praktischer Bau aus Beton der 1970er Jahre und wichtig für die Verkehrswege in Dresden. Ihr Zusammenbruch vor zwei Jahren führte daher zu diversen Provisorien, die auch die weltbekannte Silhouette von Elbflorenz beeinträchtigen. Zum Beispiel verlief über die Carolabrücke die Fernwärmeversorgung einiger Stadtteile und die dicken Rohre verlaufen jetzt provisorisch über die barocke Augustusbrücke. Der Neubau – genannt Carola 3.0 – befand sich bis gestern in einer Bürgerbefragung und was hab‘ ich gestern abend gemacht? Unter PLZ unserer FeWo die vier vorliegenden Architektenentwürfe kommentiert. So als interessierte Bürgerinnen… Heute führte mich mein Spaziergang dann zu der Ruine von Carola 2.0. Fun Fact: bei Google existiert die Brücke noch auf dem Satellitenbild. In echt sieht man nur noch die Basis eines Brückenpfeilers an der Nordseite der Elbe.
Nun also zu der Dame namens Cherry. In Jahren mit geraden Zahlen bekommen die Tiefdruckgebiete in Deutschland weibliche Namen und das was gestern hier für Starkregen, Hagel und Sturmböen sorgen sollte, hieß – genau – Cherry. Die Dame kündigte sich in der Tat gestern Nachmittag mit dunklen Wolken am Horizont an und ich hoffte, sie würde die feucht-schwüle Luft aus Dresden vertreiben, aber ohne die angekündigten Extreme. Man sagt Frauen ja eine gewisse Launenhaftigkeit nach und Cherry benahm sich genauso: sie nahm eine andere Route und nix war mit Gewitter etc. hier in Dresden. Keine Blitze, kein Donner und auch kein Regen. Dafür weht seit gestern Abend eine erfrischende Brise durch die Stadt. Damit konnte mein wichtigstes Utensil, der Fächer, heute in der Handtasche bleiben. Fun fact: seit 2002 kann man gegen den Einwurf kleiner Münzen als „Wetterpate“ einen Namen für die Tiefs und Hochs kaufen; für Tiefs kostet es 290€, für Hochs erstaunlicher Weise 390€.
Dann fehlt aus der Überschrift nur noch Britta und damit geht es jetzt wieder um Schach. Torsten hat natürlich die gestrige Verlustpartie noch analysiert (nein, der Name des Programms ist nicht „Britta“) und stellte fest, daß er sich mit einem blöden Zug selbst in die Bredouille manövriert hatte. Das sollte heute nicht passieren und mit einer erst vor ein paar Wochen erstandenen Kombi aus Weste & Fliege ging es ans Brett. Laut Meldeliste gibt es neben Torsten noch vier weitere Nordlichter aus Schleswig-Holstein in seiner Klasse, 1x Flintbek,1x Kiel, 1x Flensburg und 1x Neumünster. Und ausgerechnet wurde er in der heutigen zweiten Runde gegen Britta aus Neumünster gelost. Britta kennt er schon länger (wir treffen sie auch immer in Büsum), aber am Brett saßen sie sich noch nie gegenüber. Es war ein langer Kampf zwischen den Beiden, aber schlussendlich war der erste Punkt auf Torstens Konto. Noch in seinem heutigen Dress kam er gleich zu mir in die Altstadt zu einer Belohnung mit Kaffee und Mango-Sahne-Torte.
Im Schach gab es schon den einen oder anderen Betrugsskandal, meist waren technische Gadgets wie Smart Watch oder Handys oder auch dubiose Hörgeräte mit Bluetooth involviert. Um dies bei den Meisterschaften von vornherein zu vermeiden, werden während der Runde drei Spieler per Zufall ausgewählt und mittels Scanner durchsucht, inkl. mitgebrachter Taschen. Weiterhin müssen Handys vor Betreten des Spielsaals an der Garderobe hinterlegt werden.
Zum Abschluss noch eine Korrektur bezüglich der Anzahl der hier zu vergebenden Meistertitel. Ein Plakat zu „Schachgipfel“ in der Stadt Dresden nennt die korrekte Zahl von 27.
Die Innenstadt war heute gerappelt voll, daher habe ich meine Shoppingtour auf die kommende Woche verlegt und wollte nur eine AA-Batterie für meinen kleinen Reisewecker besorgen. Erfolglos, ausverkauft bei Rewe, bei Galeria und bei Saturn gab es nur 18-er Packs. Warum musste die Batterie gerade hier auf der Reise die Grätsche machen, wo wir doch einen Vorrat zuhause haben? Eine erfolgreiche Besorgung konnte ich dann doch noch vermelden: für unsere neue Gardine im Arbeitszimmer musste ich Gardinenrollen verwenden, die eigentlich für die Weihnachtsbeleuchtung vorgesehen sind und diese Rollen mussten ersetzt werden. Bei Galeria musste ich allerdings für diesen 2,40-Artikel 15 Minuten an der Kasse anstehen. Egal, ich hatte ja Zeit.

