Schach mit der Nordsee vor Augen:

Also mal wieder Büsum, seit 2022 für uns ein fester Termin Ende September. Und auch das Lighthouse Hotel ist seit 5 Jahren unsere Standard-Herberge während des Schachturniers. Für Torsten ist die Lage sehr praktisch, nur 2x lang hinschlagen bis zum Watt’n Hus und ich mag‘ das Hotel einfach…

Im Titel der Reise bat ich darum, daß uns dieses Jahr doch bitte „Detlef“ verschont. Das bezieht sich ausdrücklich nicht auf den Internationalen Meister mit dem gleichen Vornamen, der auch jedes Jahr das Turnier mitspielt, sondern auf das Sturmtief Detlef, daß letztes Jahr sein Unwesen über Büsum und der Westküste trieb.

Dieses Jahr tragen die Tiefdruckgebiete weibliche Namen; ergo: es wird keinen „Detlef“ geben. Hoffentlich gibt es dieses Jahr gar kein Tiefdruckgebiet mit nenneswertem Sturm. Die von der „Aktion Wetterpate“ gegen einen kleinen Obolus vergebenen Namen haben 2026 das Alphabet bereits viermal komplett durchlaufen und das nächste Tiefdruckgebiet wird den Namen der Wetterpatin „Daphne“ tragen.

Das Teilnehmerfeld ist dieses Jahr nochmals stärker als in den vergangenen Jahren. Nach der vorläufigen Startliste haben 58 von 214 Spielern eine ELO-Wertungszahl über 2.000 – das entspricht einem Viertel der bisher gemeldeten Spieler. Da muss sich Torsten mit seiner ELO-Zahl von 1.957 aber mal ziemlich warm anziehen, um die gewünschte Ausbeute von 50% zu erreichen. Und nicht nur das: den uneingeschränkten Blick auf die Nordsee gibt es nur an den Brettern 1 bis 20. Vielleicht klappt das ja in einer der neun Runden (dies ist ein weiteres Ziel von Torsten); ansonsten gibt es den Nordseeblick nur auf dem kurzen morgendlichen Weg zum Watt’n Hus (und natürlich beim Frühstück und nach der Runde).

Seiner eigenen „Turnier-Ergebnis-Regel“ folgend rief Torsten heute morgen beim Frühstück die 5 Punkte als ambitioniertes Ziel aus. Schaun wir mal …

Es gab ein wenig Chaos vor Beginn der ersten Runde: alle hatten ihren Tisch und ihren Gegner gefunden, die Grußworte des Bürgermeisters waren beendet, ebenso die üblichen Worte der Turnierleitung (immer mit dem Hinweis, dieses Turnier spült ca. 200.000 € durch Übernachtungen, Speisen etc. in die Gemeindekasse) und eigentlich sollte es losgehen. Leider nicht, weil die Turnierleitung einen angemeldeten Spieler versehentlich nicht ausgelost hatte. Also eine neue Auslosung machen, ausdrucken und auslegen. Da ja bekanntermaßen alle guten Dinge drei sind, tauchten – die 2. Auslosung war noch druckfrisch und nicht veröffentlicht – zwei weitere Spieler mit gleichem Schicksal auf.

Mit der dann dritten Auslosung klappte es; Torsten wechselte z.B. von Tisch 66 zu Tisch 68, behielt aber die weißen Steine und es konnte mit einiger Verspätung losgehen. Sein Gegner kam aus Bielefeld.

Torsten erkämpfte sich einen Bauern des Gegners und hatte eine bessere Position. Im weiteren Verlauf der Partie konnte ich dann noch einen 2. Bauern erobern und als dieser dann schnurstracks auf die gegnerische Grundreihe zulief und nicht mehr aufzuhalten war, war nach 3,5 Stunden der erste Punkt eingefahren.

Eigentlich wollten wir unser erstes Abendessen in unserem Lieblingsrestaurant „Marktpirat“ einnehmen. Unglücklicherweise hatte es dort im Frühjahr einen Brand gegeben und es ist noch nicht wieder offen. 

Wir fanden eine Alternative und beendeten den Tag mit dem TV-Auftritt der deutschen Nationalmannschaft gegen Holland.

Share