Dunkle Wolken …

… sorgten gestern für einige Regenschauer in Dresden und solche Wolken hatten sich schachlich gesehen auch auf Torstens Gemüt ausgebreitet. Daher marschierte er heute eher etwas verunsichert und ein wenig müde los zur vorletzten Runde. Zu allem Überfluss ließ er auch die übliche Wasserflasche auf dem Wohnzimmertisch stehen. Und auch Ehering sowie Schutzengel-Kette lagen dort auch noch. Was ist das für ein Omen?

Als Begleitperson, Managerin und Lieblingsmensch sind solche Tage dann etwas schwierig, zumal ich ihm als klassischer Morgenmuffel um 9h nicht so wirklich neues Selbstvertrauen einimpfen konnte. Auch der gemütliche Abend mit unseren Berliner Freunden mit viel Lachen schien Gemüts-technisch nicht allzu viel geholfen zu haben. Festgehalten für die zukünftige Turniere wurde jedenfalls: weniger Bier und nicht immer die Mega-Portionen zum Abendessen. Und nicht zu spät ins Bett gehen.

Daher war nach der Partie heute Erholung angesagt; keine 10.000 Schritte durch Dresden, ein ausführliches (Nach)Mittagsschläfchen sowie keine Arbeit am Computer und auch keine Analyse der heutigen Partie bis nach dem Abendessen. Nur Erholung, und vielleicht Kaffee & Kuchen beim Bäcker um die Ecke. Dies nenne ich mal etwas launisch und mit zwinkerndem Auge „Dienstanweisung“.

Meine letzte Besorgung konnte ich am Vormittag erledigen und meine von den Gartenarbeiten ramponierten Adiletten aus dem letzten Jahrtausend haben eine Nachfolgerin gefunden. Und ähnlich wie die nette Dame mit Hut und Kaffeetasse vor dem Lokal Sophienkeller setzte ich mich gegen 13h30 in ein Café und erwartete Torstens Anruf. Das Wochenende steht an und die Innenstadt ist wieder ziemlich gut gefüllt. Da kann man beim Kaffeetrinken gut Menschen beobachten. Und dafür hatte ich ausreichend Zeit … und in weiser Vorraussicht einen großen Kaffee vor mir stehen. Meist erkenne ich schon an Torstens Stimme, wie es am Brett gelaufen ist, auch wenn er manchmal versucht, besonders neutral zu wirken. Diesmal, kurz vor 14h, wirkte seine Stimme so lala und in der Tat kam Torsten „nur“ mit einem Remis in der Tasche zurück. Meine o.g. „Dienstanweisung“ gab ich ihm am Telefon durch.

Vielleicht geht ja bis morgen noch ein Ruck durch Torstens Schach-Gehirn und seine Seele, damit am Ende drs Turniers eine Punktausbeute von 50% herauskommt.

Am Abend enterten wir erneut das „Schiesshaus“, wie auch ganze viele Dresdner und ganz viele Teilnehmer der diversen Schachmeisterschaften. Ohne Reservierung hätten wir wohl hungrig den Biergarten verlassen müssen, aber: Elisabeth Pähtz (Torstens Trainerin) und ihr Vater Thomas (ebenfalls ein Großmeister) haben uns Asyl an ihrem Tisch gewährt. Die Beiden waren noch mit drei weiteren Bekannten verabredet und es wurde am 6-er Tisch gemütlich mit dann drei Großmeistern, einem Fernschachgrossmeister und einem Anwalt am Tisch. Anmerken möchte ich noch, daß kaum über Schach gesprochen wurde.

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