Ich war heute nach dem Frühstück etwas unschlüssig, was ich vormittags und wir nachmittags so mit dem Tag anfangen sollen. Zum Einen könnten wir uns mal wieder mit Extrawurst eindecken (der Kremser Senf ist auch fast alle) und für zuhause einen Vorrat an Marillenlikör bunkern. Oder mit dem Auto nach Meersburg fahren. Oder beides. Wir hatten das Städtchen von der Fähre aus gesehen und es soll eine idyllische Altstadt haben.
Mit einem flotten Schritt sauste Torsten nach 1,5 Stunden durch die Lobby auf dem Weg zum WC. Er wirkte zwar etwas hektisch, strahlte aber durchaus Zuversicht aus. Sein heutiger Gegenüber hört auf den typischen Schweizer Vornamen Urs. Ist er so bärenstark am Brett wie sein Vorname suggeriert und vielleicht auch ein bisschen nachlässig im Umgang mit der (Bedenk-)Zeit wie man Schweizern manchmal unterstellt? Es hat sich ein klein wenig anderes Bild ergeben und nach 30 Zügen landete ein weiterer Punkt auf Torstens Konto. Der Knackpunkt in der Partie – oder anders formuliert: die Achillesferse seines Gegners – war ein Läufer, der sich ungeschickt selbst ins Abseits manövriert hatte. Mit jetzt drei Punkten aus vier Partien gibt es morgen sicherlich keine Laufkundschaft.
Da auch diese Partie eher zu Ende war als gedacht, stand fest: es geht nach Meersburg. Das ist ein sehr idyllisches Städtchen am Bodensee mit einer tollen Altstadt voller Fachwerkhäusern, einem Schloß und vielen kleinen Geschäften. In einem fanden wir ein schönes Windspiel für den Garten sowie ein weiteres Deko-Stück.
Zurück in Bregenz wurde auch mein zweiter Gedanke von heute vormittag umgesetzt: es werden uns zwei Flaschen Marillenlikör nach Hause begleiten und da der Inhaber auch Schach spielt, kam noch eine mundgeblasene Karaffe mit einem integrierten Schachbrett dazu. Diese Karaffe wird sicher noch ein Plätzchen zwischen all den verschiedenen Schachfiguren in der Vitrine finden.
Kulinarisch beendeten wir den Tag mal wieder mit einer üppigen Extrawurst-Jause im Hotelzimmer. Die pro-Kopf-Menge für jeweils zwei Semmeln wurde ein weiteres Mal erhöht und steht jetzt bei 180g …
Die auf einem Foto von heute festgehaltenen riesige etwas futuristische, aus Metallteilen zusammengesetzte, Skulptur befindet sich im Aufbau für die diesjährigen Bregenzer Festspiele. Seit unserer Ankunft finden immer mehr Teile ihren wohl endgültigen Platz. Was das fertige Werk Aussagen soll, erschließt sich mir nicht; es geht wohl um Verdis La Traviata.

Gestern abend musste ich im Internet den optischen Unterschied zwischen Nutria und Biber googeln: wir sahen von einer kleinen Mole auf den See und plötzlich schwamm dort ein recht großes Tier in Ufernähe vorbei. Wir konnten es nur vom Kopf bis zum halben Rücken sehen und spekulieren, ob es ein Biber oder ein Nutria wäre. Letztere sind auch in verschiedenen Teilen Österreichs als invasive Art zu einer Plage geworden. Zwei englische Touris meinten, sie hätten den für Biber typischen Platten Schwanz gesehen. Wir nicht. Laut Infos im Netz würden Nutrias immer so schwimmen, das man ihren gesamten Körper inkl. der Schwanzes sieht. Ergo war es wohl in der Tat ein Biber.
Und wieder freuen wir uns auf ein spannendes Schachspiel am morgigen Donnerstag….
