Zur Motivation und zum Ziel: Mein Vorschlag zur Vereinsmeisterschaft zielt darauf die Gemeinschaft und die Spielstärke des Vereins zu stärken. Nach meinen bisherigen Erfahrungen überleben vor allem Vereine denen es gelingt in einer möglichst hohen Liga eine spielstarke Mannschaft zu etablieren.
Die Vereinsmeisterschaft kann einen Teil dazu beitragen die Gemeinschaft und die Spielstärke zu steigern.
Das bisher verwendete System hat entscheidende Nachteile. Hier eine Aufstellung
Im Schachturnierwesen haben sowohl das Rundensystem (Jeder-gegen-Jeden) als auch das Schweizersystem ihre Berechtigung. Wenn man die Vorteile des Rundensystems hervorheben möchte, ergeben sich insbesondere folgende Punkte:
| Vorteil des Rundensystems | Erläuterung |
|---|---|
| Höchste sportliche Gerechtigkeit | Jeder Teilnehmer spielt gegen alle anderen. Die Endplatzierung hängt nicht von der Auslosung ab. |
| Keine Auslosungseinflüsse | Im Schweizersystem kann die Paarungsglück oder -pech eine Rolle spielen. Im Rundensystem haben alle dieselben Gegner. |
| Direkter Vergleich mit allen Konkurrenten | Jeder Spieler kann sich unmittelbar mit jedem anderen Teilnehmer messen. |
| Eindeutigere Rangfolge | Die Abschlusstabelle gilt als besonders aussagekräftig, da alle gegeneinander gespielt haben. |
| Keine Buchholz- oder Feinwertungsprobleme | Im Schweizersystem müssen häufig Feinwertungen (Buchholz, Sonneborn-Berger usw.) entscheiden. Im Rundensystem sind diese meist weniger wichtig oder entfallen. |
| Leichter nachvollziehbar für Zuschauer | Die Turniersituation ist übersichtlicher, da jeder gegen jeden spielt. |
| Geeignet zur Ermittlung des stärksten Spielers | Besonders bei kleinen Teilnehmerfeldern gilt das Rundensystem als die zuverlässigste Methode zur Bestimmung des besten Spielers. |
| Gleichmäßige Gegnerverteilung | Niemand hat einen schwereren oder leichteren Turnierverlauf als andere Teilnehmer. |
Nachteile des Schweizersystems im Vergleich
- Die Endplatzierung kann durch die Auslosung beeinflusst werden.
- Nicht alle Spitzenreiter spielen zwangsläufig gegeneinander.
- Feinwertungen können über wichtige Platzierungen entscheiden.
- Spieler mit gleicher Punktzahl hatten oft unterschiedliche Gegnerstärken.
Fazit
Für die sportlich fairste und aussagekräftigste Ermittlung der Rangfolge ist das Rundensystem dem Schweizersystem grundsätzlich überlegen. Deshalb werden viele Meisterschaften mit kleiner Teilnehmerzahl – etwa Kandidatenturniere, Vereinsmeisterschaften oder Finalrunden – im Rundensystem ausgetragen. Das Schweizersystem setzt sich vor allem dort durch, wo die Teilnehmerzahl so groß ist, dass ein Jeder-gegen-Jeden-Turnier organisatorisch nicht mehr praktikabel wäre.
Spielstärkesteigerung: Ich allen größeren offenen Turnieren ist eine Partieabgabe verpflichtend und führt letztendlich dazu das jeder Spieler sich anhand der vorhandenen Partien auf seinen Gegner vorbereiten kann. Dies führt letztendlich zu einem besseren Spielverständnis und zu mehr Freude und Erfolg. Eine solche Vereinsinterne Datenbank die sich aus Partien der Vereinsmeisterschaft bildet sorgt also für stärkere Spieler und bessere Mannschaftsergebnisse.
Gemeinschaft: Das Nachspielen alter Partien gegen einen Gegner gegen den man bereits Partien absolviert hat stärkt den Zusammenhalt. Es entstehen Gespräche wie z.B. „Weißt du noch letztes Jahr dein Springerzug ..“
Ich habe bereits erlebt das mein alter Schachverein Caissa Rahlstedt sich aufgelöst hat weil alle guten Spieler sich neue Herausforderungen gesucht haben. Sodass trotz aller Jugendarbeit der Verein nicht überlebt hat.
Hier also mein Vorschlag
Turnierordnung der Schach-Vereinsmeisterschaft
§1 Allgemeines
- Die Vereinsmeisterschaft wird im Gruppensystem ausgetragen.
- Jede Gruppe besteht aus 10 Spielern.
- Gruppe 1 ist die höchste Spielklasse, darunter folgen Gruppe 2, Gruppe 3 usw.
- Innerhalb jeder Gruppe wird ein Rundenturnier (jeder gegen jeden) gespielt.
- Jeder Spieler bestreitet somit 9 Partien pro Saison.
- Das Turnier wird im Sommer ausgetragen.
§2 Meldung der Ergebnisse
Die Partien werden als Kopie bei der Turnierleitung mit Unterschrift abgegeben.
§3 Wertung
Die Punktevergabe erfolgt nach dem üblichen Schachsystem:
- Sieg = 1 Punkt
- Remis = ½ Punkt
- Niederlage = 0 Punkte
Bei Punktgleichheit entscheidet:
- Sonneborn-Berger-Wertung
- Direkter Vergleich
- Anzahl der Siege
- Stichkampf oder Schnellpartie (falls erforderlich)
§4 Aufstieg und Abstieg
Gruppe 1
- Platz 1 wird Vereinsmeister.
- Plätze 9 und 10 steigen in Gruppe 2 ab.
Gruppen 2 bis n-1
- Plätze 1 und 2 steigen in die nächsthöhere Gruppe auf.
- Plätze 9 und 10 steigen in die nächstniedrigere Gruppe ab.
Unterste Gruppe
- Plätze 1 und 2 steigen auf.
- Es gibt keinen Abstieg.
§5 Neueinstieg von Spielern
Neue Spieler können zu Beginn einer Saison teilnehmen.
Die Einstufung erfolgt durch die Turnierleitung:
1. Spieler ohne Wertungszahl
- Einstieg in der untersten Gruppe.
- Auf Antrag in einer höheren Gruppe
2. Spieler mit bekannter Spielstärke (DWZ/Elo)
- die 3 Jahre pausiert haben oder neu einsteigen
- Einstieg in die Gruppe deren Durchschnitts DWZ Wert überstiegen wird.
Die Turnierleitung kann zur sportlichen Ausgewogenheit eine andere Einstfung festlegen.
§6 Nachrücken und freie Plätze
Sollten vor Saisonbeginn Plätze frei werden:
- Zuerst rücken Absteiger oder Aufsteiger entsprechend nach.
- Danach können neue Spieler aufgenommen werden.
- Ziel ist es, jede Gruppe möglichst mit 10 Spielern zu besetzen.
§7 Spieltermine
- Die Partien werden innerhalb der festgelegten Runde gespielt.
- Spielverlegungen sind möglich, wenn beide Spieler zustimmen.
- Nicht gespielte Partien können durch die Turnierleitung gewertet werden.
§8 Rücktritt während des Turniers
- Vor Beginn des Turniers wird ein Reuegeld von 9 Euro erhoben. Pro gespielter nicht kampfloser Partie wird ein Euro zurück gezahlt.
- Tritt ein Spieler vor der Hälfte der gespielten Partien zurück, werden alle seine Ergebnisse gestrichen. Das Reuegeld verfällt.
- Tritt er danach zurück, bleiben die bisherigen Ergebnisse bestehen, die restlichen Partien werden kampflos gewertet. Das Reuegeld verfällt.
- Der Spieler wird in der nächsten Saison eine Gruppe tiefer eingestuft.
§9 Turnierleitung
Die Turnierleitung:
- organisiert Gruppen und Runden
- entscheidet Streitfälle
- kann in besonderen Fällen Ausnahmen beschließen
